Ein Projekt kann nur dann Emissionszertifikate erhalten, wenn es als „zusätzlich“ oder „additionell“ gilt. Das bedeutet, dass das Projekt durch die Finanzierung von Emissionszertifikaten ermöglicht wurde (was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass damit jeder einzelne Bestandteil des Projekts finanziert wurde).
Kohlenstofffinanzierung kann in manchen Fällen das Risiko spekulativer Investitionen mindern, während sie in anderen Fällen dazu dient, neue Aktivitäten anzukurbeln, die sich im Laufe der Zeit rentieren werden. In sehr wenigen Fällen finanziert sie eine Maßnahme – wie beispielsweise die industrielle Kohlenstoffabscheidung und -speicherung –, die ohne Kohlenstofffinanzierung gar nicht existieren würde.
Hier liegt das Paradoxon: Gerade die effizientesten und wirkungsvollsten Projekte – jene, die den lokalen Gemeinschaften erheblichen Nutzen bringen – laufen oft Gefahr, nicht als „zusätzlich“ eingestuft zu werden.
Umgekehrt fehlt es den Projekten, die als besonders „zusätzlich“ eingestuft werden, häufig an einer wirtschaftlichen Tragfähigkeit, und sie sind vollständig auf die fortlaufende Finanzierung durch Emissionszertifikate angewiesen, um rentabel zu bleiben.
Das ist eines der grundlegendsten Paradoxe der Emissionszertifikate – wie sehen Sie das?
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