10. Das Versprechen-Paradox

Dieses Paradoxon betrifft „Klimaversprechen“. Wenn Unternehmen sich ehrgeizige Klimaziele setzen, diese aber nicht erreichen, sind Vorwürfe des „Greenwashing“ fast unvermeidlich – selbst wenn die Absichten aufrichtig sind.

Eine Möglichkeit, damit umzugehen, besteht paradoxerweise darin, die Aussagen abzuschwächen, ohne dass sie an Faszination verlieren. Zum Beispiel:

Die Aussage „Wir bekennen uns voll und ganz zu den Zielen des Pariser Abkommens“ ist weniger starr – und klingt besser – als „Wir verpflichten uns zu einem wissenschaftlich fundierten Ziel“.

Ebenso klingt „Wir pflanzen eine Million neue Bäume“ inspirierender, birgt aber weniger Risiken als „Wir kompensieren alle unsere Emissionen durch naturbasierte Lösungen.“

Paradoxerweise ist ein Unternehmen oft besser beraten, vage Aussagen zu treffen: Das Risiko, kritisiert zu werden, ist geringer, da man nichts Konkretes versprochen hat. Tatsächlich ernten vage und inspirierende Aussagen oft mehr Lob und weniger kritische Prüfung als starre, wissenschaftliche Aussagen.

Haben Sie das „Versprechen-Paradox“ in Ihrem Unternehmen schon einmal erlebt? Wie können Sie sicherstellen, dass Unternehmen mit schwachen, aber gut klingenden Zielen – oder gar ohne Ziele – nicht besser gestellt sind als Unternehmen, die sich ehrgeizige Ziele setzen?