18. Das Schwarm-Paradox

Die Fähigkeit großer Gruppen, die Gesellschaft zu beeinflussen, ist in der Regel beeindruckend: Ob in der Musik, im Sport, bei Protesten oder bei Festen – Menschenmengen verstärken oft die Wirkung. Haben Sie schon einmal an einer „Critical-Mass“-Fahrraddemonstration teilgenommen, bei der Tausende von Radfahrern auf die Straßen strömen, singen und klingeln? Sie wissen, wovon wir sprechen: Menschenmengen können sehr viel bewirken. 

In der Klimabewegung wirkt sich diese Dynamik jedoch paradoxerweise umgekehrt aus. Zwar sind sich alle Mitglieder dieser vielfältigen globalen Koalition über die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen einig, doch die schiere Vielfalt der Standpunkte hinsichtlich der besten Strategien spaltet die Einheit der Bewegung und kann ihre Wirksamkeit schwächen. Infolgedessen verkommen gemeinsame Handlungsaufforderungen zu ideologischen Debatten. Die „Klimabewegung“ wird immer größer, doch es scheint, als würde das Wachstum der Bewegung, behindert durch anhaltende interne Streitigkeiten, ihre Schlagkraft immer weiter schwächen.

Wie können wir Gräben überbrücken? Wie können wir die berüchtigten internen Streitigkeiten innerhalb der Nachhaltigkeitsgemeinschaft verringern?