Dieses Paradox hat Waldschützer von Anfang an vor ein Rätsel gestellt: Man kann nur dann Emissionszertifikate aus Forstprojekten erwerben, wenn man geschädigte Wälder wiederherstellt oder bedrohte Arten schützt.
Das bedeutet, dass man nur dann Emissionsgutschriften erwerben kann, wenn in der Vergangenheit Abholzung stattgefunden hat – oder wenn derzeit eine eindeutige Gefahr der Abholzung besteht.
Und hier liegt das Paradox: Länder und Gemeinden, die sich am effektivsten um den Schutz der Natur gekümmert haben, erhalten keine Emissionszertifikate für ihr bisheriges „gutes“ Verhalten, während Länder und Gemeinden, die ihre Wälder abgeholzt haben, ihr „schlechtes“ Verhalten als Beweis für die Gefahr anführen können.
Mit anderen Worten: Wenn Sie Ihren Wald in der Vergangenheit abgeholzt haben oder dies in Zukunft zu tun drohen, haben Sie Anspruch auf Emissionszertifikate. Ist dies nicht der Fall, haben Sie keine „Referenz“ und haben keinen Anspruch.
Das ist eine knifflige Angelegenheit. Niemand wird bestreiten, dass wir dringend Finanzmittel benötigen, um den Waldländern bei der Wiederherstellung und dem Schutz ihrer Lebensräume zu helfen.
Wie lässt sich dieses Paradox lösen?
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