Jedes Jahr geben wir viel Geld für elektronische Geräte, Fleisch, Kleidung und vieles mehr aus.
Der freiwillige CO₂-Markt hat ein Gesamtvolumen von weniger als zwei Milliarden US-Dollar. Der weltweite Markt für Elektronikgeräte ist etwa 500 Mal größer. Der weltweite Fleischmarkt ist mehr als 700 Mal größer. Der Bekleidungsmarkt ist 900 Mal größer. (Ganz zu schweigen vom weltweiten Markt für fossile Brennstoffe, der mehr als 3000 Mal größer ist.)
Viele dieser riesigen Märkte richten auf unserem Planeten verheerende Schäden an. Doch während die Menschen die verursachten Schäden meist einfach abtun, wird der relativ kleine Markt für Emissionszertifikate, der eigentlich dem Planeten helfen soll, heftig kritisiert.
Warum? Das ist das Größenparadoxon.
Solange ein Markt winzig ist, interessiert er niemanden. In den zehn Jahren zwischen 2010 und 2020 blieb das Volumen des freiwilligen CO₂-Marktes bei einer halben Milliarde und wuchs kaum. Kritische Stimmen waren rar.
Wenn ein Markt wächst, wird dies wahrgenommen und weckt das Interesse von Analysten und Journalisten.
Sobald ein Markt ausgereift ist, wird er ordnungsgemäß reguliert. Die Regierungen legen klare Standards fest, um die damit verbundenen Widersprüche zu lösen. Da das wirtschaftliche Interesse der Marktteilnehmer groß ist, wird viel Geld in erfahrene Lobbyisten und professionelle PR-Teams investiert.
Kohlenstoffzertifikate hingegen befinden sich in einer Zwickmühle zwischen klein und groß. Der Markt ist mittlerweile groß genug, um die Öffentlichkeit zu begeistern – aber er ist immer noch viel zu klein, um ernsthafte Investitionen in eine angemessene Regulierung zu rechtfertigen oder erfahrene PR-Fachleute zu seiner Verteidigung zu engagieren.
Wie können wir dieses Dilemma lösen und dem Markt für Emissionszertifikate die Rahmenbedingungen geben, die er für ein verantwortungsbewusstes Wachstum benötigt?
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