28. Das Wettbewerb-Paradox

Gesunder Wettbewerb ist ein starker Motor für das Marktwachstum. Wenn mehrere Akteure um Marktanteile konkurrieren, haben sie einen Anreiz, innovativ zu sein, die Produktqualität zu verbessern, die Preise zu senken und das Kundenerlebnis zu optimieren – was letztlich den Verbrauchern zugutekommt und die Nachfrage ankurbelt. Darüber hinaus spornt der Wettbewerb Unternehmen dazu an, bisher vernachlässigte Marktsegmente zu erschließen und zu bedienen, wodurch der Markt insgesamt wächst.

Paradoxerweise verhält sich der CO₂-Markt anders. Hier untergräbt der Wettbewerb den Markt oft, anstatt ihn zu stärken. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, die Stärken ihrer eigenen Lösungen hervorzuheben, üben viele Akteure öffentliche Kritik an konkurrierenden Ansätzen – sie werfen anderen mangelnde Qualität, schwache Integrität, begrenzte Dauerhaftigkeit oder fehlerhafte wissenschaftliche Grundlagen vor. Diese interne Zersplitterung schürt eine negative Darstellung, die den Skeptikern des CO₂-Marktes direkt in die Hände spielt. Gegner des gesamten Systems erhalten eine ganze Reihe von Argumenten – die aus der Branche selbst stammen –, um die CO₂-Märkte insgesamt zu diskreditieren.

Zu den auffälligsten internen Machtkämpfen auf dem zersplitterten CO₂-Markt gehören:

  • Reduktions- versus Emissionsgutschriften
  • Technische Abscheidungsverfahren im Vergleich zu naturbasierten Abscheidungsverfahren
  • Dauerhafte versus kurzfristige Entfernungen
  • Inländische versus internationale Projekte
  • Gewinnorientierte versus gemeinnützige Modelle
  • Industrieprojekte im Vergleich zu gemeindebasierten Projekten
  • Freiwillige Märkte versus von den Vereinten Nationen unterstützte Märkte